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Dienstag, 9. März 2010

Die deutsche Sicht der Dinge, 9.3.2010

Nach einer kleinen Flaute um die Monatswende rum haben alle mehr oder minder relevanten Basketballblogs in Deutschland erfreulicherweise wieder ihre Arbeit aufgenommen. Grund genug, zum zweiten Mal einen Überblick über die Gedanken der bloggenden Basketballfans in Deutschland zu geben.

Rote Laterne oder Alle Neune: In dem mehr als zu empfehlenden Blog über das aktuelle Schlusslicht der Basketball Bundesliga ist natürlich der Abstiegskampf das beherrschende Thema, inklusive folgender Schlussprognose: "Mit neun Siegen bleibt man drin in der BBL. Prognose: Mayday After Hour in Paderborn. Für die Feuervögel. Und dann wird die olle Laterne blau-gelb lackiert."

Top 5: Mavericks rücken vor, Lakers stürzen ab: Der NBA Blog widmet sich in seinem regelmäßigen Powerranking den besten Teams der Liga. Nach Siegen gegen Cleveland und die Lakers in jüngster Zeit kommen die Orlando Magic dementsprechend gut weg: "Pünktlich zum Beginn der heißen Phase in der regulären Saison sind die Orlando Magic wieder voll da. Die vergangenen fünf Partien wurden allesamt gewonnen, von den letzten zehn Begegnungen ging man stolze acht Mal als Sieger vom Parkett. Bei vier Siegen Vorsprung auf die drittplatzierten Boston Celtics ist der zweite Rang in der Tabelle der Eastern-Conference momentan fest in Orlandos Hand. Der gestrige Erfolg über die Lakers dürfte der Mannschaft aus Floria darüber hinaus zusätzliches Selbstvertrauen eingeimpft haben."

Bill Walker im Portrait: NBA Blog, die zweite - diesmal mit einem Portrait über den bislang eher selten in Erscheinung getretenen Neu-New Yorker. Im Gegensatz zu mir sieht Dmitrij Karle auch in der Zukunft mehr Licht als Schatten für den Swingman: "Vielleicht war der Trade zu den New York Knicks wie eine Erlösung, als die Celtics Walker, J.R. Giddens und Eddie House für den dreimaligen Dunk-Champion Nate Robinson abgaben. Dass Walker Potential besitzt, steht außer Frage. Anscheinend hat Knicks-General-Manager Donnie Walsh ein feines Nässchen für Talente. (...) Wie es aussieht, haben die Knicks einen Coup gelandet. Und Walker ist erst 22 Jahre jung und zeigt schon jetzt, warum er immer wieder mit „Vincanity“ höchstpersönlich verglichen wird."

NBA Draft Watch: Elias Harris: Rechtzeitig vor Beginn der March Madness und somit des alljährlichen Höhepunktes des Collegebasketballs schreibt korbsport.de über die wohl größte deutsche Nachwuchshoffnung: "Ehrlich gesagt hätte ich vor einem Jahr nicht gedacht, dass ein derartiger Hype um den explosiven deutschen Nationalspieler entfacht. Die Lobpreisungen des Freshman listen ihn in diversen Mockdrafts irgendwo in der ersten Runde. Doch Anfang Februar 2010 meldete die Spokesman, die Lokalzeitung in Spokane, Washington, dass Harris vermutlich für seine Sophomore-Saison zurückkehren wird."

Mavs on Fire!: max10.de befasst sich mit dem jüngsten Aufwärtstrend der Dallas Mavericks und sieht jenseits des Hypes durchaus Substanz in den Leistungen der Texaner: "Seit dem Trade, der vor einigen Wochen Brendan Haywood und Caron Butler zu den Mavs gebracht hat, sind diese nicht mehr zu stoppen. Aber liegt es wirklich nur an diesem Trade? Denn die 11 Siege waren nicht irgendwelche Teams, sondern unter Anderem gegen die Lakers, die Phoenix Suns, in Orlando oder Atlanta – alles Top Teams, mit denen es ein Wiedersehen in den Playoffs geben könnte."

Eine Hauptrunde live im DSF: Gruebelei.de blickt auf die noch laufende BBL-Saison aus TV-Sicht zurück und stellt in diesem mehr als lesenswerten Eintrag fest, was sich wohl schon alle gedacht haben: "Die Teams der Tabellenspitze, die Teams, die auch letzte Saison Liga und Pokal gerockt haben, bekommen die größte Exposure. Dazu Frankfurt (überrascht das jemanden?) und dann die weiteren Playoffkandidaten Brose, Braunschweig, Dragons, Lubu, Tübingen. Wenig gezeigt ist die “Überraschungsmannschaft” Göttingen. Woran das liegt, kann man vortrefflich spekulieren… spannende Spiele zu falschen Terminen? Sowas kann eine rolle Spielen, schließlich hat sich mittlerweile Samstagabendprimetime als BBL-Termin im DSF herauskristallisiert."

Alles wird gut: Das New York Knickerbocker Journal blickt optimistisch in die Zukunft am Big Apple, was - trotz des unerwartet wie verdienten Sieges gegen die Atlanta Hawks vergangene Nacht - nicht an den aktuellen sportlichen Leistungen liegt, sondern sich (wie sollte es anders sein?) auf den Sommer bezieht. Ein bisher selten behandelter Aspekt - wer spielt neben den wohl kommenden Stars? - wird dabei in den Vordergrund gerückt: "Doch auch diese Fakten lösen bei mir kein positives Gefühl und Gelassenheit aus. Ich verstehe einige Entscheidungen besser. Die Entscheidung, Nate Robinson abzugeben ist ein Puzzlestück, welches es den Knicks erlaubt, auch mit kleinen Verträgen drei weitere Spieler im Kader fürs kommende Jahr zu haben.
J.R. Giddens und Bill Walker sind eh in Ihren Rookie Verträgen, Eddie House wird ebenfalls beim Team bleiben wollen wenn der Umbruch kommt. Dies bedeutet, dass neben den drei Genannten insgesamt 9 Spieler unter Vertrag stehen (können) – und da wurde an den $30 Mio. aus Donnie’s Save noch gar nicht gekratzt."

Interview mit Maik Zirbes: waskommtnachdirk.de hat mit der deutschen Centerhoffnung ein ausführliches Interview über die aktuelle sportliche Lage in Trier, die Aufstiegschancen mit den Saar Pfalz Braves, Quotenregelungen in der BBL und die eigene Zukunft geführt. Dass es bei einem 20-jährigen noch Potential nach oben gibt, ist klar, und Zirbes selber sagt auch, wo er sich verbessern will: "Insgesamt muss ich einfach noch konstanter werden: einfach jedes Mal zum Rebound gehen, an der Defensive von außen arbeiten, am Ballhandling, am Wurf. Außerdem sollte ich wieder etwas stämmiger werden. Es gibt viele Dinge, bei denen ich mich noch verbessern will."

Samstag, 20. Februar 2010

Neue Hoffnung oder wie ein guter Trade aussieht

Der bedeutendste und medienwirksamste Trade, der sich am Tag der Deadline vollzog, war sicherlich der Spielertausch zwischen den Houston Rockets, Sacramento Kings und New York Knicks. Umso schöner ist die Tatsache, dass jeder glücklich aus diesem Trade herausgehen dürfte: Houston kann noch einmal eine zweite Luft im Playoff-Rennen kriegen, New York und Sacramento haben sich kurzfristig und perspektivisch ebenfalls nicht verschlechtert. Das vorweggenommene Fazit wird aus jeder Perspektive erläutert.


Houston Rockets


Wenn man sich Spiele der Raketen in diesem Jahr angesehen hat, fielen mehrere Dinge auf: Ein viel schnelleres Spiel als in den Vorjahren, ein fehlender Center und kein konstanter Perimeter-Scorer oder Spot Up-Shooter. Die Texaner spielten zwar bisher eine Saison, die ihnen so von kaum jemandem zugetraut worden wäre, aber ein Abwärtstrend im neuen Jahr lässt sich dennoch nicht verleugnen. Nun ist bekannt, dass Houstons GM Morey als einer der besseren seiner Zunft gilt, aber was er aus dem Tradechip McGrady gemacht hat, ist eigentlich schon mehr als das Maximum. Der Abgang von Carl Landry wird sicher schmerzen, da der Power Forward neben Lowry wichtigster Bankspieler war und zudem in der Crunchtime relativ oft die Verantwortung übernahm. Dass man einen Spieler wie Kevin Martin aber nicht geschenkt kriegt, ist auch klar. Das tolle aus Houstons Sicht: martin ist die Opferung Landrys absolut wert.

Ehrlich gesagt kann ich mir kaum einen besseren Spieler für Rick Adelmans Princeton Offense vorstellen als Martin. Er braucht den Ball nicht in seiner Hand, um effektiv zu sein, sonder rennt lediglich um ein paar Screens, um dann blitzschnell den offenen Wurf zu nehmen, worauf ja dieses Offensivsystem beruht. Die weitere Grundvoraussetzung für so ein relativ komplexes System: Hohes Basketballverständnis bzw. ein Gefühl dafür, was im nächsten Moment passieren wird. Offensiv zählt Martin zu den intelligenteren Spielern der Liga, weiß instinktiv, wann ein Wurf gut ist oder wann er lieber zum Korb ziehen sollte. Dass er das kann, belegen seine zahlreichen Freiwurfversuche pro Spiel und somit schafft er auch Freiräume für Shooter wie Trevor Ariza, Aaron Brooks oder Shane Battier. Defensiv ist Martin bisher als unterdurchschnittlich aufgefallen, aber Houston hat eine Menge defensivstarker Akteure auf den Positionen Eins bis Drei (Lowry, Ariza, Battier), die die Defensivschwäche Martins auffangen können. Der Mehrwert, den Martin offensiv darstellt, ist enorm und die Lücke in der Verteidigung wird dadurch meiner Meinung nach mehr als aufgewogen. Wie gesagt, wenn sich Adelman für sein Offensivsystem einen Shooting Guard basteln könnte, würde am Ende Kevin Martin (oder Ray Allen) herauskommen.

Auch die anderen drei Spieler haben durchaus Potential, sich in der Rotation der Raketen zu etablieren. Wobei das für Hilton Armstrong eigentlich nur gilt, weil Houston aus lauter Verzweiflung wohl selbst Kareem Abdul-Jabbar in seinem jetzigen Alter aufstellen würde, um wenigstens etwas Größe auf dem Parkett zu haben. Immerhin hat man mit David Andersen einen echten Center im Kader, der offensiv wesentlich vielseitiger als Armstrong ist, der für meinen Geschmack vor allem davon lebte, mit Chris Paul zusammenzuspielen. Jared Jeffries hingegen könnte relativ viele Minuten sehen, passt er doch von seinen Anlagen her perfekt ins Konzept der Rockets: Sehr starker Verteidiger, der die vielen kleinen Dinge macht, für die sich andere zu schade sind. Offensiv ist er zwar noch limitierter als Shane Battier, aber als athletischere Variante von Joey Dorsey kann ich mir Jeffries in der Rotation durchaus vorstellen. Jordan Hill dürfte ebenfalls die Möglichkeit kriegen, sein Können zu beweisen, da er der einzige offensiv potente Big Man ist, den die Rockets von der Bank aus bringen können. Sein Potential ist jedenfalls beachtlich und perspektivisch dürfte er Houston auf jeden Fall helfen, sollten sich die zahlreichen Scouting Reports aus College-Zeiten bewahrheiten.

Perspektivisch ist auch das Stichwort, weshalb der Trade noch wesentlich wichtiger für die Rockets werden könnte, als zunächst angenommen: Man hat das Recht, 2011 den Erstrundenpick mit dem der Knicks zu tauschen, sofern dieser nicht der erste überhaupt ist. 2012 hat man ebenfalls den Erstrundenpick der Knicks, sofern dieser nicht für einen der ersten fünf Picks berechtigt. Nun wollen wir für die Knicks nicht hoffen, dass eine der beiden Bedingungen zutrifft, sondern die Picks eher später als früher auf dem Draftboard auftauchen werden, aber ein zusätzlicher Erstrundenpick ist bei dem guten Händchen, dass Morey bei den bisherigen Drafts hatte, enorm viel wert. Hinzu kommt, dass Yao 2010/11 wohl wieder spielen wird und das wahrscheinlich auch in Houston, da ein Ziehen der Option jetzt für ihn völlig sinnlos wäre. Man stelle sich vor, dass es keine größeren Zu- und Abgänge gibt und wir reden von folgender Starting Five: Brooks, Martin, Ariza, Scola, Yao. Von der Bank Lowry, Battier, Hill, Jeffries sowie die Draftpicks, die bis dahin noch ihren Weg nach houston finden. Meiner Meinung nach redet man hier, ohne die Verletzungsanfälligkeit einzelner Akteure vernachlässigen zu wollen, von einem Contender, dessen Starting Five in der Form perfekt harmonieren würde.


New York Knicks

Wann baut man Donnie Walsh in New York das Denkmal, dass sich dieser Mann verdient hat? Der Trade mit den Rockets und Kings hat eine eineinhalb Jahre währende Periode beendet, in der Walsh den von Isiah Thomas völlig zugemüllten Salary Cap entrümpelt hat, dabei eigentlich untradebare Verträge wie die von Crawford, Jeffries oder Jerome James aus den Büchern streichen konnte, einen der beliebtesten Coaches der Liga in den MSG holte und mit Gallinari sowie Wilson Chandler zwei Spieler für die Zeit nach 2010 unter Vertrag hat, die immerhin einen kleinen Grundstock für einen möglichen Contender bilden können. Größter Verdienst ist aber zweifellos das Entsorgen zu hoch dotierter Verträge, weshalb jetzt New York mit ziemlicher Sicherheit zwei Höchstverträge anbieten kann. Selbst wenn nicht Wunschkandidat LeBron James kommt, hat Walsh einer mausetoten Franchise wieder eine Zukunft gegeben. Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass die Knicks im nächsten jahr wieder zu den Kellerkindern der Liga zählen werden.

Zum sportlichen Wert des Spielertauschs: Sergio Rodriguez hat zwei Monate Zeit zu beweisen, dass er möglicherweise der Spielgestalter ist, den d'Antoni so lange gesucht hat. Von seinen Anlagen her passt er hervorragend in das Run 'n' Gun System der Knicks, dazu hat er mit Chandler einen Abnehmer für Fastbreak Alley 'Oops. Gut möglich, dass er längere Zeit im Trikot der knicks zu sehen sein wird. Tracy McGrady dürfte alleine mit seinem Namen ein paar Reihen im MSG füllen und kann jetzt auch beweisen, dass seine Ankündigungen wahr sind, wonach er in exzellenter körperlicher Verfassung sei (was ja auch Tim Hoover behauptet). Sollte dem wirklich so sein, machen die Knicks sogar jetzt schon Spaß. Ein endgültiges Fazit über den Trade aus New Yorks Sicht lässt sich aber wohl erst im Sommer ziehen, wenn man weiß, wer mit dem Geld geholt wurde. Dass man sogar auf kurzfristigen sportlichen Erfolg hoffen darf, ist eine mehr als nette Dreingabe für die gefrusteten Knicks-Fans.


Sacramento Kings

Möglicherweise die einzige Partei, die mit dem Trade nicht vollends zufrieden sein könnte. Zwar ist auch in Kalifornien das primäre Ziel ähnlich dem in New York: Auslaufende Verträge aufnehmen, um im Sommer mindestens einen guten Free Agent zu holen. Da man nicht gerade mit der Attraktivität der Stadt werben kann, muss Sacramento sportliche Vorzüge bieten und deswegen wurde der Trade wohl auch in der Form getätigt. Man hat schnell gemerkt, dass Martin und Evans im Backcourt nicht miteinander harmonieren, was wohl an der sehr ballverliebten Spielweise von Evans liegt. Da Martin trotz seiner Verdienste um die Franchise wohl eher der Spielertyp ist, der als zweite Option in einer sehr guten Mannschaft am wertvollsten ist, während man bei Evans noch die berechtigte Hoffnung haben kann, dass sich dieser in einen echten Franchise-Spieler entwickeln könnte, ist auch die Tatsache verständlich, dass man Martin abgibt. Ob man dafür im Endeffekt aber wirklich nur Carl Landry kriegen kann, bleibt fraglich.

Landry an sich ist natürlich ein guter Spieler, der erst in diesem Jahr den ihm gebührenden Respekt gekriegt hat. Offensiv ist er sogar richtig gut, hat ein sehr breites Arsenal, um an Punkte zu kommen und knickt auch nicht ein, wenn es in die spielentscheidende Phase geht (nach LeBron James mit den meisten Punkten im letzten Viertel). Wenn solche Qualität mit einem verhältnismäßig billigen Vertrag (Teamoption für 2011 mit 3 Mio. Dollar Gehalt) garniert wird, kann man den Kings eigentlich nur gratulieren. Leider war es das dann auch schon an sportlichem Gegenwert für Sacramento, da wohl weder Joey Dorsey noch Larry Hughes eine Rolle für Sacramento spielen werden. Wieso man Houston nicht noch wenigstens eienn Erstrundenpick abgenommen hat, verstehe ich nicht. Natürlich hatte Houston die stärkere Verhandlungsposition, aber was Sacramento aus Martin gemacht hat, ist für mich trotzdem zu wenig. Immerhin ist der Trade aus Sacramentos Sicht nicht völlig verkorkst.

Was bleibt nun langfristig für die Kings übrig? Sie werden in den letzten Saisonmonaten aller Wahrscheinlichkeit nach ihren jungen Spieler wie Greene, Thompson, Casspi, Evans, Landry und Hawes jede Menge Spielzeit geben, damit sich diese entwickeln können. In Anbetracht der Tatsache, dass alle genannten sowie Andres Nocioni und Beno Udrih für das nächste Jahr gebunden sind, hat man einen sehr guten Kern, dem nur ein echter Leader fehlt. Wenn man diesen in der Free Agency findet - ich könnte mir hier Spieler vom Schlage eines Joe Johnson vorstellen -, dürfte es eher heute als morgen wieder Endrunden-Basketball in der Arco Arena zu sehen geben. Sollte es sich nicht ausgehen und die Kings auch im nächsten Jahr zu den Kellerkindern der Liga zählen, wird man sich noch schmerzlich an diesen Trade erinnern.

Freitag, 19. Februar 2010

Trade Deadline - Notizen

Ich werde es mir natürlich nicht nehmen lassen, in den nächsten Tagen alle relevanten Trades noch einmal genauer zu beleuchten. Trotzdem mal erste kurze Gedanken, die mir im Laufe des Abends durch den Kopf gingen:

- Ich mag den Drei-Team-Trade, der McGrady zu den Knicks gebracht hat. Was er dort leisten kann, sei erstmal dahingestellt, aber auf dem Papier ist das das genaue Gegenteil vom Jamison-Trade: Jede Partei hat einen qualitativ hochwertigen Spieler bekommen - Martin, Landry und McGrady (falls die Aussagen von Tim Hoover stimmen) - und trotzdem auch die finanziellen Ziele erfüllt. Dazu ein großes Lob an Houstons GM Morey, was er für einen auslaufenden Vertrag plus Landry rausgeschlagen hat.

- Die Riege der Teams, die in der Eastern Conference um die Playoffs spielen, hat sich clever verstärkt. Persönlicher Favorit sind die Bucks, die für kaum relevante Abgänge John Salmons bekommen haben. Gut möglich, dass sie dieser Trade wie der der Bulls letztes Jahr relativ sicher in die Playoffs katapultiert.

- Wieso ist der Trade zwischen den Bobcats und Pacers gescheitert? Eine Starting Five mit Felton, Jackson, Wallace, Thomas und Chandler, dazu Diaw, Ford und Rush von der Bank? Can you spell D-e-f-e-n-s-e?

- Boston gibt den meiner Meinung nach besten Bankspieler für einen zu klein geratenen Shooting Guard ab. Nichts gegen Robinson, aber House hat einfach zu den Celtics gepasst und ich fürchte, dass man spätestens mit diesem Trade eine mögliche Finalteilnahme verspielt hat (Wenn das nicht schon mit diesem einseitigen Jamison-Trade der Fall war...aber dazu demnächst mehr)

- Um noch einmal auf die Knicks zu kommen: Hand hoch, wer Rodriguez unter d'Antoni in der ersten Fünf sehen will (und wehe, irgendjemand hebt jetzt nicht die Hand). Das könnte der vielleicht am meisten unterschätzte Bestandteil des Trades werden.

- Utah hat heute seine Ambitionen als Contender für nichts abgegeben. Brewer wird noch schmerzlicher vermisst werden, als viele denken. Unglaublich intelligenter Spieler, der vieles macht, was Statistiken nicht erfassen. Ich frage mich nur, wo er in Memphis Spielzeit sehen will (und biite, bitte nehmt Sam Young die Minuten nicht weg). Wenn wir gerade bei Memphis sind: Wieso hat Wallace den zweiten Pick für nichts und wieder nichts geopfert? Wieso Hasheem Thabeet? Wieso nicht Stephen Curry? Kaum auszudenken, was sich dann in Memphis abspielen würde. Wallace hat uns um die aufregendste Starting Five der Liga gebracht! (Und ja, der Gedanke beschäftigt mich immer wieder, sobald ich an die Grizzlies denke)

- Um Popovich aus dem Jahr 2007 (sinngemäß) zu zitieren: "Some lopsided trades should be vetoed by the league." Mehr bleibt zum Jamison-Deal kaum zu sagen.