Der eine oder andere dürfte hoffentlich meinen Beitrag über die Charlotte Bobcats gelesen haben, in dem ich unter anderem einen Point Guard forderte bzw. mir einen solchen dort wünschte, um das Team ca. zehn Siege besser zu machen. Nun ist es so, dass ich gerade zum dritten Mal binnen einer Woche ein Spiel der Detroit Pistons sehe und ich mir auch hier ständig denke: Wow, dem Team fehlt nur ein Point Guard.
Wer mir jetzt entgegen werfen will, dass das Rodney Stuckey sei - ich habe gehofft, ich habe immer noch Vertrauen in ihn, dass er ein guter Guard wird, aber eines weiß ich mittlerweile: Stuckey wird niemals ein Point Guard sein. Nie. Das wäre in etwa so, wie in Tyreke Evans einen Point Guard zu sehen. Er hält zwar oft genug den Ball in der Hand, aber mal ehrlich - wie oft versucht Stuckey, einen guten Wurf für seine Mitspieler zu kreieren? Eben, so gut wie nie. was ich ihm auch nicht verdenken will, da das gar nicht seine Stärke ist und er Detroit als Shooting Guard wohl viel mehr helfen kann.
Aber wieso fehlt dem Team ein Point Guard? Dazu habe ich nach den zweieinhalb Spielen eine einfache Antwort: Weil ihre Offensive grausam unkoordiniert ist. Das Talent, das in Detroit insgesamt vorhanen ist, steht in keinem Vergleich zu der niederschmetternden Bilanz von 21-41, die das Team aus Michigan aufweist. Vieles spricht dafür, dass der Draft 2009 mit Daye und Jerebko als einer der besseren in die Franchise-Geschichte eingehen wird. Hamilton, Gordon, Stuckey, Bynum - die Reihe an Guards, die heiß laufen können, ist beispiellos. Dazu noch erfahrene Spieler wie Maxiell, Wallace, Villanueva und Prince und man hat insgesamt eine scheinbar gute Mischung. Nur haben die wenigsten Spieler ein Interesse daran, den Ball abzugeben.
Was meint ihr, wie gut die Pistons auf einmal aussehen werden, sobald beispielsweise Steve Blake bei ihnen spielen würde? Ehrlich, ich hoffe, dass Detroit das Team zusammen hält und im Sommer Blake verpflichten kann. Hamilton hätte die Gewissheit, dass er den Ball kriegt, sobald er mittels Screen frei steht, Gordon spielt die Rolle, die ihm auch in Chicago lag - Spot Up-Shooter und gelegentlich der Abschluss aus dem Dribbling heraus. Stuckey als Slasher und tödliche Waffe aus der Mitteldistanz? Gerne doch. Auch Spieler wie Daye, Prince und Jerebko würden von einem Pass First-Guard profitieren und offene Würfe bekommen. Er muss nicht einmal besonders toll sein, mir würde schon ein Duo Blake/Duhon reichen. Ich bin mir sogar sicher, dass die Pistons mit so einem Aufbauduo (und einer verletzungsfreien Saison) ein sicheres Playoffteam sind. Nicht einmal bedeutend schlechter als der aktuelle Fünfte (Toronto Raptors), vielleicht sogar Zweitrundenmaterial, was der Optimalfall wäre.
Ach ja, eine Sache noch, die auch ohne Point Guard behoben werden kann: Würde bitte irgendwer aus dem Coaching Staff der Pistons Villanueva sagen, dass er nicht nur an der Dreierlinie rumlungern soll? und schon gar nicht so regelmäßig von jenseits des Dreierbogens abdrücken soll? Wie viele Fahrkarten darf er noch schießen, bis ihn mal jemand zur Räson ruft? Mich hat er während der letzten Partien an eine arme Version vom aktuellen Rasheed Wallace erinnert. Und ja, das war genauso fies gemeint, wie ihr gerade denkt.
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Montag, 8. März 2010
Dienstag, 31. März 2009
Unzähmbare Bullen
Lange sah es in der Eastern Conference nach einem wahren Herzschlagfinale um mindestens einen Playoffplatz aus, bis Ende Februar galten auch die Philadelphia 76ers als Wackelkandidat, ehe man sich von der Konkurrenz deutlich lösen konnte. Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnte: Die Weichen für die Entscheidung um den letzten freien Playoffplatz im Osten waren schon lange gestellt.
Zwei Wochen vorher, als die Trade-Deadline für die alljährliche Diskrepanz zwischen unzähligen Gerüchten auf der einen und verhältnismäßig wenigen Wechseln auf der anderen Seite sorgte, sicherten sich die Chicago Bulls John Salmons, Brad Miller und Tim Thomas, um im Gegenzug den zweifellos talentierten, aber unbeständigen Thabo Sefolosha, Scharfschütze und Arbeitstier Andres Nocioni, den dauerverletzten Drew Gooden und Shot First-Guard Larry Hughes abzugeben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten - die Bulls konnten nach diesen tiefgreifenden Veränderungen lediglich fünf ihrer zwölf folgenden Spiele gewinnen - zahlt sich die abgelegte Zurückhaltung von GM John Paxson nun aus. Mit den Erfolgen gegen die Titelaspiranten aus New Orleans und Boston starteten die Bullen eine Erfolgsserie, die sieben Siege aus den letzten neun Spielen und einen Vorsprung von zwei Spielen auf den Neuntplatzierten, die Charlotte Bobcats, einbrachte.
Neben der besseren Chemie zwischen den Neuankömmlingen und dem Stammpersonal scheinen zwei Faktoren besonders gravierend für die Erfolgswelle der Truppe aus der Windy City zu sein: Da wäre zum einen John Salmons, der seit der Verletzung von Luol Deng in der Startformation steht und seine Aufstellung mit reihenweise starken Leistungen rechtfertigt. Zuletzt avancierte er gar zum besten Spieler im Bulls-Roster und ließ seinen Kontrahenten auf der Drei mehr als nur vergessen. Zum anderen verkürzte Coach Vinny Del Negro seine Rotation auf lediglich acht Spieler und verbesserte somit die Chemie auf dem Platz spürbar. Zwar wird Luol Deng, sofern er sich rechtzeitig von seiner Schienbeinverletzung erholt, in den Playoffs wieder in den Kader zurückkehren, aber sonst steht die Formation von Del Negro fest. Durch die hohe Qualität von Bankspielern wie Brad Miller oder Kirk Hinrich entsteht kein Bruch im Spiel und der Druck auf den Gegner kann konstant hoch gehalten werden.
Die Kombination dieser Eindrücke und des relativ einfachen Restprogramms, das noch fünf Heimspiele bei lediglich zwei Auswärtsbegegnungen und nur ein Spiel gegen ein Team mit positiver Bilanz (Philadelphia) bereit hält, lässt eine Playoffteilnahme der Bulls als beinahe sicher erscheinen. Durch die Erfolgsserie der letzten Wochen konnte man sogar zu den Detroit Pistons, aktuell auf Platz Sieben liegend, aufschließen, so dass es am 13. April im Palace of Auburn Hills eventuell zu einer direkten Entscheidung um den siebten Platz kommen kann. Zugetraut werden muss er den Bulls in der aktuellen Verfassung auf jeden Fall.
Zwei Wochen vorher, als die Trade-Deadline für die alljährliche Diskrepanz zwischen unzähligen Gerüchten auf der einen und verhältnismäßig wenigen Wechseln auf der anderen Seite sorgte, sicherten sich die Chicago Bulls John Salmons, Brad Miller und Tim Thomas, um im Gegenzug den zweifellos talentierten, aber unbeständigen Thabo Sefolosha, Scharfschütze und Arbeitstier Andres Nocioni, den dauerverletzten Drew Gooden und Shot First-Guard Larry Hughes abzugeben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten - die Bulls konnten nach diesen tiefgreifenden Veränderungen lediglich fünf ihrer zwölf folgenden Spiele gewinnen - zahlt sich die abgelegte Zurückhaltung von GM John Paxson nun aus. Mit den Erfolgen gegen die Titelaspiranten aus New Orleans und Boston starteten die Bullen eine Erfolgsserie, die sieben Siege aus den letzten neun Spielen und einen Vorsprung von zwei Spielen auf den Neuntplatzierten, die Charlotte Bobcats, einbrachte.
Neben der besseren Chemie zwischen den Neuankömmlingen und dem Stammpersonal scheinen zwei Faktoren besonders gravierend für die Erfolgswelle der Truppe aus der Windy City zu sein: Da wäre zum einen John Salmons, der seit der Verletzung von Luol Deng in der Startformation steht und seine Aufstellung mit reihenweise starken Leistungen rechtfertigt. Zuletzt avancierte er gar zum besten Spieler im Bulls-Roster und ließ seinen Kontrahenten auf der Drei mehr als nur vergessen. Zum anderen verkürzte Coach Vinny Del Negro seine Rotation auf lediglich acht Spieler und verbesserte somit die Chemie auf dem Platz spürbar. Zwar wird Luol Deng, sofern er sich rechtzeitig von seiner Schienbeinverletzung erholt, in den Playoffs wieder in den Kader zurückkehren, aber sonst steht die Formation von Del Negro fest. Durch die hohe Qualität von Bankspielern wie Brad Miller oder Kirk Hinrich entsteht kein Bruch im Spiel und der Druck auf den Gegner kann konstant hoch gehalten werden.
Die Kombination dieser Eindrücke und des relativ einfachen Restprogramms, das noch fünf Heimspiele bei lediglich zwei Auswärtsbegegnungen und nur ein Spiel gegen ein Team mit positiver Bilanz (Philadelphia) bereit hält, lässt eine Playoffteilnahme der Bulls als beinahe sicher erscheinen. Durch die Erfolgsserie der letzten Wochen konnte man sogar zu den Detroit Pistons, aktuell auf Platz Sieben liegend, aufschließen, so dass es am 13. April im Palace of Auburn Hills eventuell zu einer direkten Entscheidung um den siebten Platz kommen kann. Zugetraut werden muss er den Bulls in der aktuellen Verfassung auf jeden Fall.
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